Welches Essen passt am besten zu „The Big Bang Theory“?

Welche anderes TV-Format diktiert uns so eindeutig, welches Essen auf dem Plan stehen sollte wie die US-Serie um den brillanten doch total verschrobenen Dr. Dr. Prof. Sheldon Cooper?

Dreh- und Angelpunkt des Universums unserer liebenswerten Nerds aus „The Big Bang Theory“ ist: Sheldon. Oder genauer. Sheldon’s Marotten. Jeder Tag seiner Woche ist streng reglementiert und seine Aktivitäten weit im Voraus geplant – so natürlich auch seine Mahlzeiten.

Bei Sheldon gibt es keine Überraschungen. Bei seinen drei tapferen Nerdkameraden Leonard Hofstadter (zugleich unerschrockener Mitbewohner), Raj Koothrappali und Howard Wolowitz, die sich den rigiden Reglements des starrsinnigen Professors anpassen müssen, demzufolge ebenso wenig.

Der „Sheldonianische Kalender“, wie Howard das Konstrukt aus unzähligen Macken und sonderbaren Eigenarten einmal nennt, ist für uns vor allem eins: extrem unterhaltsam.

Und vielleicht ist ja auch für dich mal eine nette Abwechslung, dir selbst eine Woche die Frage abzunehmen, die uns alle Tag für Tag beschäftigt: Was soll ich heute bloß essen?

Hier kommt er also:

Der Sheldon Cooper Dinner-Plan

Montag – Thai-Food

Die Woche beginnt mit thailändischem Essen. Leonard ist traditionell Gastgeber des Abends und holt für die gesamte Mannschaft Essen beim Thai des Vertrauens: Siam Palace.

Während die anderen ihre Wahl flexibel treffen und bestellen, worauf sie Lust haben, bleibt Sheldon seinem geliebten Mee Krob mit extra Erdnusssauce treu.

Ich kann ihn verstehen: Die knusprig frittierten Reisnudeln mit Shrimps, Rindfleisch oder Tofu bestechen mit ihrer Mischung aus süßen, sauren und salzigen Geschmacksnoten.

Da Sheldon aber nun mal Sheldon ist, weigert er sich, sein Essen mit Stäbchen zu sich zu nehmen. Nicht etwa, weil er des feinmotorischen Händels des Essbestecks nicht Herr wäre.

Er besteht darauf, der verbreiteten Verallgemeinerung, man esse in ganz Asien mit Stäbchen, entgegenzutreten und den traditionell thailändischen Tischmanieren zu folgen: zum Essen eine Gabel nutzen.

Diese würde er sich aber niemals direkt in den Mund schieben. Sie dient lediglich als Utensil, das Essen aufzugabeln, auf den Löffel zu legen, und DIESEN dann selig im Mund verschwinden zu lassen.

Dienstag – Burger-Abend

Jeden Dienstag um Punkt 18 Uhr findet sich die Gang in der Cheesecake Factory ein. Denn Dienstag ist Burger-Abend. Sheldon isst jedes Mal den Barbecue Bacon Cheeseburger, hält Kellnerin Penny dabei aber mit ein paar Extrawünschen auf Trab.

Barbecue Sauce, Bacon und Käse bitte nicht gleich voreilig auf dem Burger platzieren, sondern hübsch extra an der Seite. Selbstverständlich. Einmal Burger zum Selberbauen, kommt sofort.

Der laktoseintelorante Leonard bestellt den Factory Burrito Grande – ohne Käse, ohne Sour Cream und ohne böse Folgen. Howard, der höchstens an Feiertagen koscher isst, bestellt den Bacon Cheeseburger (und bricht dabei zwei jüdische Ernährungsregeln gleichzeitig).

Und Raj, als Hindu, der seinen religiösen Ernährungsrichtlinen mit ebenso mangelnder Konsequenz folgt wie Howard den seinen, ordert Fish and Chips.

Mittwoch – Junk Food

Mittwoch ist Junk Food angesagt. Doch nicht nur das: Es ist auch Halo-Abend. In der Folge „Das Vorspeisen-Dilemma“ in Staffel 1 zeigt sich an beiden Obligationen bildschön, was passiert, wenn das Nerdgefüge zusammenbricht und aus vieren drei werden: Alles geht zum Teufel.

Howard ist durch seine neue Damenbekanntschaft verhindert und kann nicht beim gemeinsamen Ego-Shooter-Spielen dabei sein. Die Clique beschließt, in ein chinesisches Restaurant zu gehen – zu dritt.

Das stürzt Sheldon in ein unauflösbares Chaos, denn normalerweise ordern die vier beim Chinesen als Vorspeise stets vier „gedämpfte Brötchen“ aka Dumplings.

Mit Howards unerhörtem Fehlen stellt sich die Frage: Wer soll das überzählige Brötchen bekommen? Reduktionen erlaubt der Kellner nicht. Leonard’s Vorschlag, einfach jeweils vier Dumplings für jeden zu bestellen, würde nach Sheldons Einwand den Appetit auf den Hauptgang verderben.

Mitnehmen? Geht auch nicht, das Dilemma würde sich nur zu Hause fortsetzen. Der entnervte Kellner schließlich schlägt vor, auf dem Weg zum Tisch einen der vier Dumplings zu „verlieren“ – niemand würde es wissen müssen! Doch, einer: Sheldon, und für ihn ist derartiges Schummeln untragbar.

Und beim Halo-Spielen danach? Fehlt die vierte Person umso schmerzlicher… Sogar der verzweifelte Versuch, Penny zu überreden, die Lücke zu füllen, muss scheitern, weil für Penny nicht Halo-Abend, sondern Tanz-Abend ist. Ob die Jungs nicht einfach morgen Halo spielen wollten? Wie denn – Halo-Abend ist doch heute! Oh, Penny…

Donnerstag – Pizza

Pizza! Ein Gericht, das mit seiner Einfachheit jede mögliche Komplikation im Kern erstickt. Oder?

Jeden Donnerstag bringt Leonard traditionell eine breite Auswahl an leckeren Pizzen und einigen Salaten von Franconi’s mit. Sheldon verzichtet ausnahmsweise auf Extra-Würstchen und begnügt sich stattdessen mit Würstchen als Belag, dazu Pilzen und grünen Oliven.

Leonard, der etwa an Freitagen (dazu gleich mehr) mit Schwierigkeiten kämpft, Sheldons ausgefallenen Bestellwünschen 1:1 nachzugehen (sehr zum Unmut seines Mitbewohners), macht endlich einmal alles richtig. Es herrscht Friede, Freude, Pizza.

Bis… ja, bis seine Freundin Prya, hübsch, klug und erfolgreiche Rechtsanwältin, eines schönen Donnerstags die Mitbewohnervereinbarung zwischen ihm und Sheldon als „rechtswidrig“ erklärt und kurzerhand annulliert.

Natürlich umschloss die Vereinbarung auch den gesamten Wochenessplan, der damit ebenso hinfällig wird, was Sheldon dazu zwingt, Lamm Kebab statt Pizza zu essen. Das Gesicht, das er dabei zieht, gehört eingerahmt und über den Kamin gehängt.

Freitag – Chinesisch

Freitagabende sind Retro-Video-Spielen vorbehalten. Die Jungs spielen oft Super Mario 64 auf Sheldons alter Nintendo-Konsole aus Kindertagen, die seine Mutter ihm einmal zugeschickt hatte. Was könnte besser dazu passen als chinesisches Essen?

Wie wir schon gesehen haben, lieben die Nerds ihre Dumplings. In Sheldon-Manier (man könnte auch sagen -Manie) werden die Teigtaschen fair unter allen aufgeteilt.

Dazu isst der Herr Doktor Hühnchen mit Brokkoli (gewürfelt, nicht in Streifen geschnitten, obwohl auf der Karte in Streifen geschnitten steht), dazu Naturreis (kein weißer), heißen Senf (vom Koreaner) und natriumarme Sojasauce (aus dem Supermarkt).

Überraschung: Ausgerechnet Penny schafft es einmal, als sie sich großzügig für all das gratis Essen, das sie über die Jahre geschnorrt hat, revanchieren will, Sheldon all seine Sonderwünsche zu erfüllen.

„So wird’s gemacht, Leonard!“

Und was gibt’s am Wochenende?

An den Wochenenden verrät uns die Serie kein eindeutiges Menü. Wir wissen, dass Sheldon Samstagmorgens ein ganz bestimmtes Ritual auslebt, dem folgendes bekanntes Zitat entspringt:

„Jeden Samstag, den wir in dieser Wohnung leben, stehe ich um viertel nach sechs auf, fülle mir meine schale mit Frühstücksflocken, füge eine viertel Tasse zweiprozentige Milch hinzu, setze mich auf dieses Ende der Couch, schalte BBC Amerika ein und sehe mir Doctor Who an.“

Viel mehr ist über den Menüplan des Wochenendes nicht bekannt. Aber es reicht ja dann auch irgendwann mal.

 

Kommentare