Easter table setting with colored orange eggs, hot cross buns, green branches decorated, empty white plate with cutlery, glass of lemonade drink over white plank wooden table with textile tablecloth.

Kulinarische Osterferien

Das Osterfest bringt viele Gründe zur Freude. Naja, wenn ich ehrlich bin, fallen mir eigentlich nur zwei Gründe ein: das lange Wochenende (oder für manche sogar Ferien) und non-stop Schlemmerei. Allerdings sind mir die traditionellen Ostergerichte in den letzten Jahren etwas zu langweilig geworden. Vom Hefekranz über das Osterlamm bis zu hartgekochten Eiern hat die deutsche Osterküche nämlich nicht besonders viel spannendes zu bieten. Dir reicht das auch nicht? Perfekt, denn ich habe mich in die kulinarischen Osterferien begeben und die landestypischen Ostergerichte probiert.

Erster Halt: England

Ich lege los in England mit einer würzigen Abwandlung des deutschen Hefekranzes. Dort werden zu Ostern Hot Cross Buns serviert – kleine süßlich-würzige Brötchen, die mit einem Kreuz aus Zuckerguss verziert sind. Die Buns bestehen aus einem Hefeteig, der verschiedene Gewürze wie Zimt, Muskatnuss und Nelken sowie Rosinen enthält. Was in Deutschland geschmacklich also eher der Winterzeit zugeordnet würde, läutet in England den Frühling ein. Für Variationen der Buns können auch Schokolade oder Nüsse hinzugefügt werden.

Italien

Weiter geht es nach Italien. Auch dort gibt es Hefegebäck auf dem Ostertisch. Der Colomba Pasquala, ein süßer Hefekuchen mit geriebenen Orangen- & Zitronenschalen, Rosinen, Mandeln und kandierten Früchten im Teig erinnert zumindest optisch stark an das deutsche, gebackene Osterlamm. Der Kuchen wird nämlich ebenfalls in einer speziellen Form gebacken. Allerdings handelt es sich bei dem Colomba Pasquale um eine Friedenstaube. Das verrät auch schon der Name, denn übersetzt bedeutet der Begriff Ostertaube. Falls du dich an der Colomba Pasquale versuchen willst, musst du allerdings am besten bereits heute damit anfangen. Die Zubereitung nimmt nämlich auf traditionelle Weise knapp zwei Tage in Anspruch.

Die Zeit lässt sich jedoch wunderbar für die Zubereitung eines weiteren italienischen Traditionsgerichts nutzen: die Torta Pasquette. Wenn du denkst, dass es sich dabei um eine Torte handelt, hast du weit gefehlt. Die Torta die Pasquetta ist eine herzhafte Pastete bestehend aus vielen Eiern, Ricotta, Blattspinat und Parmesan. Sie wird häufig in kleinen Portionen zubereitet, um sie an Freunde und Nachbarn zu verschenken.

Russland

Auch in Russland stehen Süßspeisen und Gebäcke ganz oben auf der Beliebtheitsskala. Paska, ein Dessert aus Quark, Sahne, Butter, Zucker & Ei, darf der Tradition nach frühestens am Ostersonntag gegessen werden. Erkennungsmerkmal der Quarkspeise ist die traditionelle Dekoration mit den russischen Buchstaben XB, was so viel bedeutet wie “Christus ist auferstanden”. Charakteristisch ist außerdem die außergewöhnliche Form einer abgestumpften Pyramide oder eines flachen Kegels.

Spanien

Die Spanier mögen es an Ostern ebenfalls süß. Was in Deutschland eher als “Armer Ritter” bekannt ist, wird in Spanien Torrija genannt und besonders gerne am Ostersonntag serviert. Dabei handelt es sich um einfache Weißbrotscheiben, die in Wein, Milch, Honig, Gewürze und Ei getunkt und in Öl gebraten werden. Die einzelnen Torrijas sind sehr sättigend und werden vor allem zum Frühstück serviert.

Finnland

Kurios wird es in Finnland. Hier wird zu Ostern der Mämmi aufgetischt. Was zunächst mal süß klingt, ist es bei näherer Betrachtung allerdings nicht mehr. Denn bei dem Mämmi handelt es sich um einen Malzkuchen, der mit seinem herben Geschmack eher an dunkles Bier erinnert als an ein Dessert. Die Konsistenz des Kuchens ist klebrig und er wird mit Sahne und Vanilleeis serviert. Willst du ihn selbst zubereiten, musst du dafür einiges an Zeit einplanen. Nachdem der Brei gekocht wurde, muss er zunächst noch mehrere Stunden im Ofen gebacken werden, bevor er noch für einige Tage zum durchziehen in den Kühlschrank kommt.

 

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