Frittieren oder nicht frittieren – das ist hier die Frage

Die Fritteuse – elektrisches Gerät zum Frittieren (sprich: in reichlich heißem Fett ausbacken) von Lebensmitteln. Ein Leckermacher also. Zumindest, wenn ihr mich fragt. Mit ihr wird aus einer langweiligen Kartoffel pures Gold – aka Fritten. Sie verwandelt Brandmasse in überaus mundende Churros – du weißt schon: die spanischen Krapfen, die man on top in dickflüssige Trinkschokolade tunkt. Und selbst schon in ihrer Ursprungsform und -zusammensetzung deliziöse Speisen wie Eis, Schokoriegel oder Cookies werden mit diesem Wundermittel noch wundervoller.

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Denn neben Klassikern wie Chicken Nuggets, Frühlingsrollen und Pommes wandert mittlerweile jeglich Essbares in den Chuck Norris der Küchengeräte. Und dieser managt bekanntlich alles. Na gut … fast alles. So ein Krankenhausessen bekommt wohl auch ein Bad in heißem Fett nicht lecker gezaubert.

Dafür aber Mamas immer auf Vorrat im Haus gelagerte Gewürzgürkchen. Frittierte Gewürzgurken – in modernem Sprech auch Fried Pickles genannt – liegen dieses Jahr nämlich voll im Trend, wie Katrin dir schon hier zu den Food-Trends 2018 berichtete. Dank dieser ausgeklügelten, offensichtlich Trends setzenden Garmethode (übrigens auch in einem Topf oder einer tiefen Pfanne möglich) wird also auch unsexy Gemüse aus dem Spreewald cool.

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Aber fettig? Aber ungesund? Aber Dickmacher? Nicht unbedingt. Auch Kalorienzähler, Fettallergiker und Mein-Körper-ist-mein-Tempel-Zitierer brauchen sich vor frittiertem Essen nicht zu fürchten. Mittlerweile gibt es Fritteusen, die ohne bzw. mit minimaler Fettzugabe und Heißluft arbeiten. Und selbst bei herkömmlich Frittiertem ist nicht das Ausbacken in Fett per se ungesund oder gar schädlich. Vielmehr spielen hier die Art des verwendeten Fettes und der Frittierprozess eine entscheidende Rolle.

Damit das Ausbacken also krosser Genuss statt fettiger Frust wird, bekommst du hier und jetzt Tipps zu Fetten, Panaden sowie frittiergeeigneten Lebensmitteln – und meine persönlichen Empfehlungen in der Kategorie “Was? Das kann man frittieren?!”.

Vorsicht, heiß und fettig …

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It’s getting hot in here: Das Fett

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Zum Frittieren eignen sich sowohl feste als auch flüssige Fette. Da hier klassischerweise Temperaturen von 170 Grad plus erreicht werden, ist es wichtig, hitzebeständige Öle und Fette zu verwenden. Ihr Rauchpunkt sollte bei mindestens 200 Grad liegen. An diesem zersetzt sich das Fett und Rauch entsteht. Dann wird der Stoff Acrolein freigesetzt. Und der ist gesundheitsgefährdend.

Merke: Je mehr gesättigte Fettsäuren ein Öl hat, desto stabiler bleibt es bei Erhitzung. Öle und Fette mit einem hohen Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren sind zwar sehr gesund, aber nur solange sie nicht stark erhitzt werden. Dann oxidieren sie nämlich und verwandeln sich in freie Radikale. Und die sind böööse!

Kokos- oder Palmöl, aber auch raffiniertes Olivenöl (Vorsicht: Eigengeschmack) und Butterschmalz sind hier die erste Wahl. Native oder kaltgepresste Öle, Schlachtfette sowie die Margarine und Butter vom Frühstückstisch sind für die Fritteuse eher ungeeignet.

Meiden solltest du generell minderwertige und tierische Fette. Stichwort: Transfette. Diese sind keine Freunde deines Cholesterinspiegels – können sich jedoch auch beim Frittieren bilden. Tipp: Je häufiger du das Fett erhitzt, desto mehr Transfette bildet es. Also regelmäßig wechseln!

Frittieren oder nicht frittieren?: Die Lebensmittel

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Typische Lebensmittel zum Frittieren sind solche, die einen hohen Stärkeanteil besitzen. Also klassischerweise Kartoffeliges wie Pommes oder Kroketten sowie die von mir so heiß und innig geliebten Teigwaren. Die Stärke quillt und verkleistert beim Frittieren und verbessert so Verdaulichkeit und Geschmack. Aber Achtung: Bei Überhitzung entsteht krebserregendes Acrylamid (sprunghaft ansteigend ab 170 Grad).

Auch Fleisch, Fisch und Geflügel zählen zu den üblichen Schwimmern im Fettbad. Jedoch: Je abgetrockneter diese baden gehen, desto besser. Andersherum würde sich das Krüstchen verzögert und ungleichmäßig bilden, was schlecht für den Geschmack ist, wodurch sich das Essen länger mit Fett vollsaugt. Und das wollen wir ja nicht. Zudem begünstigen Flüssigkeiten und Wasserrückstände Fettspritzer. Autsch!

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Kroketten, Backfisch und Chicken Nuggets? Wer da wie ich “boooriiing” denkt, bekommt hier meine Fritteuse Top 10 gelistet. Das Allroundtalent kann nämlich mehr als nur die Klassiker und TK.

  1. Frittierte Käsetaschen
  2. Frittierter Schokoriegel
  3. Gefüllte Samosas
  4. Apfelringe in Mandelkruste
  5. Blumenkohl mit Parmesankruste
  6. Spargel im Serranomantel
  7. Patatas Bravas
  8. Donuts
  9. Frittierter Mozzarella-Toast
  10. Wan Tan

Außen knusprig, innen saftig: Die Panierung

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Das lecker Mäntelchen hat zwei Funktionen: 1. trocknen wasserhaltige Lebensmittel in ihm beim Frittieren nicht aus (und verursachen weniger Spritzer – wie du ja oben gelernt hast), 2. verhindert die Hülle, dass zu viel Fett nach innen dringt. Ach und 3. natürlich: Die Panierung verwandelt sich durch das heiße Fett in eine unheimlich leckere, crunchy Hülle. Und die bekommst du eben nur beim Frittieren.

Stärkehaltiges Essen wie Kartoffeln können nackig in das heiße Fett. Alles andere sollte angezogen werden, sprich: in Mehl wenden, dann in geschlagenem Ei und schließlich in Paniermehl bzw. Semmelbrösel.

Du magst es eher extravagant, wie ich? Dann ersetze letzteres durch Haferflocken, gemahlene Cornflakes oder Salzstangen, auch zerstoßene Nüsse und Sesam liefern ein spitzen Krüstchen.

Was? Das kann man frittieren?!: Specials

Okay, jetzt zu meinem Lieblingsteil. Das Beste zum Schluss sozusagen.

Wem die speziellen Panierungen mit Salzstangen, Cornflakes und Co. noch nicht speziell genug sind, bekommt hier meine drei Favoriten in der Rubrik „Ausgefallenes aus der Fritteuse”.

 

Frittierte Butter

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Fett in Fett quasi. Wirklich? Oh ja!

Das „leichte Leckerchen” kommt aus den USA (Woher auch sonst?) und lässt sich in verschiedenen Variationen auftischen: mit Chili, in der Knoblauchbutter-Version oder mit Zimt und Zucker zum Beispiel. Als größter Weihnachtsfan hier bei Lieferheld spreche ich mich aus dem Bauch heraus – wie treffend – für die Zimt-Zucker-Edition aus.

Butterwürfel also mit der besten Gewürzkombination der Welt verschönern, in einer klassischen Mehl-Ei-Panade versenken und in siedendes Öl tauchen. Fertig. Das Resultat ist weihnachtlichster Weihnachtszauber – zu jeder Jahreszeit genießbar. Außen heiß und knackig, innen süß, buttrig und zimtig und, wenn du den richtigen Zeitpunkt erwischst, in der Mitte noch etwas kalt.

 

Frittierte Weißwurst

Jo spinnt da Peppi?! Der bayerische Klassiker frittiert?! Na freili!!

Wie? Das Würstchen in mundgerechte Häppchen schneiden, in Mehl und Ei wenden und dann – ganz bayerisch – in einer Panierung aus klein geriebener Laugenbrezel und Salzstange wenden. Und um der weiß-blauen Linie treu zu bleiben, gibt es dazu nicht Ketchup, sondern süßen Senf.

An Guadn!

 

Speck-Oreos

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Wenn du dich zwischen süß und salzig nicht entscheiden kannst oder einfach beides willst – und zwar frittiert –, wirst du das hier lieben. Ehrlich.

Einfach den Bacon um die Kekse wickeln und mit Zahnstochern fixieren. Dann frittieren bis der Bacon goldbraun ist. Und das Ganze warm verputzen.

Die Kekse sind eine Mischung aus weich-knuspriger Leckerei mit einer flüssigen Creme und herzhaft-crunchy Bacon drumherum. Yummy!

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