Essen passend zum Yogahype

Ich weiß nicht, wie es bei dir so aussieht, aber seit der Yoga-Trend vor ein paar Jahren so richtig eingeschlagen hat, ist hier in Berlin jeder zweite selbsterklärter Yogi. Und dabei geht es nicht nur um die akrobatischen  “Verrenkungen”. Neben der körperlichen Fitness steht hinter Yoga ein ganzer Lebensstil: Einklang mit sich selbst und innere Ruhe sind die erklärten Ziele.

Yoga in der Stadt

Deshalb dachte ich: Das ist eine ziemlich gute Sache – besonders, wenn du, wie ich, in einer hektischen Großstadt wohnst. Laut Yogaphilosophie gehört als wichtiger Teil des Lebens auch unser Spezialgebiet dazu: gutes Essen. Deshalb habe ich mir die yogische Ernährung mal genauer angeschaut. Mach dir ein bisschen von mir handverlesene, entspannende Musik an und schon geht’s los:

Worum es beim Yoga geht und was das mit Ernährung zu tun hat

Okay, pass auf, hier kommt dein Glücksrezept. Gemäß der Yoga Grundprinzipien brauchst du im Leben drei Dinge: einen gesunden Körper, einen klaren Geist und gutes Karma. Denn diese Kombi macht glücklich und zufrieden. Das klingt für mich einleuchtend und ist schon einige tausend Jahre alt – da muss was dran sein, oder? Aber wie kriegt man das hin?

So: In allen Lebensbereichen und auch bei der Ernährung geht es bei der yogischen Lehre um folgende Prinzipien, die für dein Glück sorgen, wenn du sie tagtäglich umsetzt:

  • innere und äußere Reinheit (=gesunde und frische Nahrung)
  • Gewaltfreiheit (=vegetarisch oder sogar vegan)
  • Nicht zu stehlen und andere nicht ausnutzen (=Fairtrade, keine Discounterware)

Yoga in der Stadt

Außerdem wird das Essen den drei emotionalen Reaktionen, die es bei uns auslöst, zugeordnet: Tamas (Trägheit), Rajas (Unruhe) und Sattva (Leichtigkeit). Kleiner Spoiler: Sattvische Ernährung ist die erstrebenswerte. Und ich erkläre dir hier auch gleich, warum.

Tamas

Träge, müde und antriebslos machen dich laut Yoga-Ernährungslehre die folgenden Lebensmittel: Verkochtes, weil es keine Nährstoffe mehr enthält, Fertiggerichte mit ihren Konservierungs- und anderen Giftstoffen und leider auch Vergorenes. Japp, das bedeutet dass Alkohol ebenfalls zu den Genussmitteln gehört, die dich träge machen und daher vom Speiseplan gestrichen werden sollten.

Einen trägemachenden Effekt hat es natürlich auch über den Hunger hinaus zu essen, weil es gerade einfach so gut schmeckt. Diese bleierne Schwere haben wir wohl alle schon einmal gespürt, wenn das letzte Stück Pizza beim Netflixabend dann leider doch zu viel war.

All das meidet ein Yogi nach Möglichkeit.

Faultier frisst

Rajasa

Nach der yogischen Lehre kann dich eine ungünstige Ernährung nicht nur träge, sondern auch unruhig machen oder emotional aufwühlen. Scharfe Gewürze und Koffeinhaltiges, wie Kaffee oder Schwarztee, leuchten sofort ein. Aber auch raffinierter Zucker oder Weißmehl gehören dazu. Wenn Kinder nach zu viel Süßem ordentlich aufdrehen, ist das aber auch immer wieder sehr schön anschaulich zu sehen, finde ich.

Sattva

Satt, wa? Naja schon, aber übertreib’s nicht. Denn sattva bedeutet unter anderem, dass du dir am besten nur zu ¾ den Bauch füllst. Dann fühlst du dich demnach leichter. Besonders, wenn du noch auf die Yogamatte willst, ist das sicher ein guter Rat.

Wie schon gesagt, steht sattva aber grundsätzlich für Reinheit – innere und äußere. Daher ist die ideale yogische Ernährung unverarbeitet und belastet deinen Körper nicht mit Giftstoffen. Das findest du mit Biolebensmitteln und Selbstgekochtem. Viel zu trinken (Wasser und ungesüßte Kräutertees) hat ebenfalls diese reinigende Wirkung.

Was noch? Viel Gemüse, Vollkornprodukte, Milchprodukte, Hülsenfrüchte. Dabei gilt: Je frischer desto besser. Rohkost ist demnach das Nonplusultra der althergebrachten yogischen Ernährung – lange bevor der Raw-Food-Trend das auf den Plan gebracht hat!
Yoga in der Stadt

Du hast der yogischen Ernährung schon abgeschworen, bevor du damit überhaupt loslegt hast? Na, wer wird denn gleich panisch flüchten? So streng musst du das nicht angehen. Wenn du bis jetzt Burger-süchtig warst und dir ab sofort rohes Gemüse verordnest, wirst du vermutlich in deinen Salat weinen und hast auch nichts davon.

Beobachte einfach dich und deinen Körper mal genauer in Bezug darauf, wie er welches Lebensmittel wortwörtlich verdaut und du kommst dahinter, was dir persönlich gut tut. Und denk dran: Wenn du ab und an mal über die Strenge schlägst, sorgst du auch dafür, dass du mit dir im Reinen bist.

Aber als kleine Inspiration für die guten Vorsätze hier noch ein paar Beispiele, die dir zeigen, wie lecker yogische Küche sein kann:

Kommentare