12 Food-Facts, die du noch nicht kennst (und nie wieder vergisst)

Ich liebe es, wenn mich Essen zum Staunen bringen! Du auch? Dann habe ich hier ein paar Tatsachen für dich, die dir ganz bestimmt die Kinnlade runterklappen lassen. Oder dich zumindest zum Schmunzeln bringen. Ich bin für dich auf große Recherchereise einmal über den Globus gegangen, um dir die kuriosesten Food-Facts der Welt zu servieren – süß, pikant, würzig und vor allem heiß und fettig.

1. Es gibt zwei verschiedene Nutella-Versionen.

Hättest du’s rausgeschmeckt? In Europa wird Nutella noch verschiedenen Rezepturen hergestellt! In südeuropäischen Ländern wie Frankreich, Spanien und Italien enthält der schokoladige Suchtstoff mehr Fett, während das (oder die? Die Frage nach dem richtigen Artikel gibt seit der Erfindung 1964 Rätsel auf) Nutella der Nordeuropäer – also auch unseres –  mit mehr Kakao hergestellt wird. Dadurch ist es eher mattglänzend und streichfest, im Süden dafür glänzender, süßer und nussiger.

2. Ketchup war ursprünglich ein Arzneimittel.

Kein Quatsch. In den USA wurde Ketchup 1830 als Medizin auf den Markt gebracht. Die Originalrezeptur der beliebten Gewürzsauce kam damals gänzlich ohne Tomaten aus, denn diese galten als hochgiftig. Deshalb bestand Ketchup anfangs aus Weintrauben, Pilzen und Beeren.

Ketchup ohne Tomaten? Wie bitte? Ja ja, das fragwürdige Arzneimittel unbekannter Farbgebung zierte bis 1840 unter anderem als “Ketchup-Pille” die Regale von Apotheken und Drogerien. Erst später schlug es langsam seinen neuen – tomatigen – Karrierepfad als Begleiter von Pommes und Co. ein.

3. Coca-Cola auch.

Eine eiskalte Coca-Cola kann schon erfrischend sein… aber gesund? Oder sogar heilungsfördernd? Das können sich doch nur Amerikaner ausdenken! Tatsächlich wurde die braune Brause als Medikament für Erwachsene gegen Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Depressionen eingesetzt.

Wie der Softdrink solche Wunder vollbringen konnte? Coca-Cola enthielt bei seiner Erfindung 1886 noch Kokain. Der Name setzt sich aus den Hauptbestandteilen des “Allheilmittels” zusammen: Kolanüsse und – Kokablätter. Ein Liter Coca-Cola enthielt bis zum Jahr 1903 demnach etwa 250 Milligramm Kokain.

Erst als die Schattenseiten der Droge bekannt wurden und die Todesfälle sich häuften, änderte der Hersteller seine Rezeptur. Kokablätter wurden zwar immer noch verwendet, doch das Suchtmittel, die alkaloiden Extrakte, wird vor der Verarbeitung aus ihnen herausgezogen.

   

4. Die teuerste Pizza der Welt kostet 2000 Dollar (1705 Euro).

Von wegen billiges Fast Food! Vom Preis dieser Luxuspizza könntest du dir locker einen Gebrauchtwagen kaufen. Oder einen ausgedehnten Urlaub leisten. Die Pizza steht auf der Speisekarte eines New Yorker Restaurants und ist mit Goldblättern mit einem Goldanteil von 24 Karat übersäht, die ihr auch ihren Namen geben.

Sie heißt schlicht Pizza 24K, wird im Holzofen gebacken und mit Zwiebelpüree, weißer Trüffelpaste, Fontina Käse, Osietra-Kaviar (dem teuersten Kaviar der Welt), Pancetta, frisch gepflücktem, wildem Salat sowie italienischem weißem Trüffel belegt. Letzterer allein hat einen Wert von 2500 Dollar pro Kilo. Na dann, teuren Appetit! 

5. Das teuerste Fleisch der Welt stammt vom Kobe-Rind.

Das Kobe-Rind wird in der japanischen Region Kobe gezüchtet. Für den schlappen Preis von 20.000 Euro bekommst du ein ganzes Rind. Ein Kilo schlägt mit bis zu 800 Euro zu Buche. Kein einziges Pfund geht dabei in den Export, sondern landet allein in den luxusliebenden Mägen vermögender Japaner.

Grund für den horrenden Preis ist der hohe Aufwand, den die Züchter betreiben, um besonders hochwertiges Rindfleisch zu erhalten. Was es so lecker macht? Kobe-Rindfleisch – oder Wagyū, wie es auch heißt – enthält mehr als 40 % äußerst geschmacksintensives Muskelfett, das ihm seine typische Marmorierung verleiht.

Ein genau kontrollierter Stammbaum, kräftige Massagen sowie hochwertiges Futter, wie Vitamin C-reiches Heu aus Kanada, sorgen für zartes Fleisch und ein perfektes Verhältnis von ungesättigten und gesättigten Fettsäuren.

Um die Produktion des Fleisches ranken sich allerlei Gerüchte. Behauptungen, die Rinder würden zu Lebzeiten mit Bier getränkt, Koto-Tönen beschallt und täglich von den zarten Händen einer Geisha gestreichelt, kannst du aber getrost als Fabeln abstempeln.

6. Die Eiscreme-Marke Häagen-Dazs wurde in der Bronx gegründet.

Häagen was?! Der fremdartig anlautende Name der köstlichen Süßspeise lässt eher dänische als amerikanische Hersteller vermuten. 1961 gründeten polnische Immigranten die Firma, und versuchten, ob ihrer Bewunderung für Dänemarks Umgang mit Juden im Zweiten Weltkrieg, für ihr frisch geschlüpfes Eiscreme-Baby einen dänisch klingenden Namen zu finden.

Sie setzten sich also hin und experimentierten mit Namen herum, bis sie schließlich auf Häagen-Dazs kam. Der Name ist natürlich völliger Quatsch und folgt keinerlei Regeln der dänischen Sprache. Er klingt einfach cool. Und wir liegen mit unserer Vermutung zumindest nicht ganz falsch.

7. Brad Pitt ist in den meisten Filmszenen entweder essend oder trinkend zu sehen.

Dass Brad Pitt zum Anbeißen ist wird wohl kaum jemand bestreiten. Dass er auch selbst gern an Leckereien rumknabbert, zeigt sein filmisches Lebenswerk in köstlicher Klarheit. Ein Film mit Brad Pitt zeigt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Szenen, in denen der Hollywood-Star irgendeine Form von Nahrung zu sich nimmt.

Eis, Äpfel, Snacks, Pizza, Burger… nichts ist vor ihm sicher! Den Vogel ab schießt das Schleckermaul allerdings in dem Gangsterstreifen Ocean’s Eleven (und seinen beiden Fortsetzungen) – kaum eine Szene, in der sein Charakter Rusty Ryan nicht irgendwas vor sich hin futtert. Sehr sympathisch!

8. „La Tomatina“ ist laut Guinness-Buch der Rekorde die größte Essensschlacht der Welt.

Die legendäre Tomatenschlacht “La Tomatina” findet traditionell jährlich am letzten Mittwoch im August in der spanischen Stadt Buñol statt. Seit dem Jahr 1945 bewerfen sich dabei zehntausende Food-Schlacht-Begeisterte mit etwa 145 000 Kilo überreifen Tomaten – und zahlen dafür sogar Eintritt.

Menschen aus aller Welt strömen herbei, um an dem Festival teilzunehmen. Nach einer Stunde ist der Spuk vorbei. Und die Straßen von Buñol sind dank der in Tomaten enthaltenen Säure nach dem anschließenden Durchspülen sauber wie nie.

9. Hummer war mal ein Arme-Leute-Essen.

Kaum zu glauben – die Delikatesse, die man heute nur in erlesenen Sternerestaurants bekommt, war früher, was heute wohl Nudeln mit Tomatensauce sind. Ganz lecker, aber nichts, wonach man sich die Finger leckt.

Der Hintergrund: Fleisch war ein teurer Luxus, den sich nur die besser Betuchten leisten konnten, während Meeresgetier wie Hummer, Langusten oder Lachse massenhaft in den Gewässern herum schwamm und nur darauf wartete, herausgefischt und verzehrt zu werden. Genau andersrum als heute also.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde Hummer, besonders entlang der US-Ostküste, vorrangig dem Hauspersonal vorgesetzt. Erst durch Streiks erwirkte dieses eine Hummer-Beschränkung von höchstens dreimal pro Woche.

In einigen amerikanischen Kolonien wurde es gar verboten, Gefängnisinsassen mehr als einmal pro Woche Hummer zu essen zu geben. Sie hatten im wahrsten Sinne die Schnauze voll. Heute freilich ist Hummer ein Luxuslebensmittel und kostet im Restaurant zwischen 50 und 115 Euro pro Kilo.

10. Die längste Pizza, die je gebacken wurde, misst 1,8 Kilometer.

Die Heimatstadt der Pizza, Neapel, hält seit 2017 den Weltrekord für die längste Pizza der Welt. Ganze 1853,88 Meter Margherita wurden von 250 Pizzabäckern in sechs Stunden und zehn Minuten und mit Hilfe von fünf motorisierten Spezialöfen gebacken.

Damit übertrifft die gigantische Megapizza den bisherigen Rekord um 300 Meter. Auf der auf Weltausstellung 2015 in Mailand wurde die nun zweitgrößte Pizza ausgestellt, die bereits beachtliche 1595,45 Meter maß.

Für die Neapel-Pizza wurden 2000 Kilogramm Mehl, 1600 Kilogramm Tomaten, 2000 Kilogramm Mozzarella, 200 Liter Öl und 30 Kilogramm Basilikum verbraucht. Anschließend wurde sie an Passanten verteilt und an Hilfsorganisationen gespendet. 

11. Eins der beliebtesten Pizza-Toppings in Brasilien sind grüne Erbsen.

Andere Länder, andere Pizzen. Die Brasilianer haben so ihre eigenen Vorstellungen, was neben der obligatorischen Tomatensauce noch drauf gehört. Die grünen Erbsen werden zusammen mit Rosinen, Karotten und Wachteleiern (wahlweise hartgekochten Eiern) kombiniert und gelten als leckerster Pizzabelag überhaupt. An Kreativität mangelt es den brasilianischen Pizzabäckern jedenfalls nicht.

Sehr beliebt sind auch die „Pizza Doces“ – süße Pizzen, die auf der Speisekarte fast jeder brasilianischen Pizzeria zu finden sind. Während wir in Deutschland die nur vereinzelt geortete Nutella-Pizza schon gewöhnungsbedürftig finden, kombiniert der Brasilianer munter Mozzarella mit Banane und Zimt, oder Erdbeeren, Schokolade und Marshmellows… Mmmmh, her damit!

12. Glückskekse kommen nicht aus China.

Es wäre ja auch fast zu einfach. Das mit Weisheiten chinesischer Gelehrten gepimpte Gebäck erblickte nicht im Reich der Mitte das Licht der Welt. Es war ein Kalifornier, der die Keske in den Zwanzigerjahren in San Francisco erfunden hat.

Nach und nach verbreitete sich der Keks dann auch in den China-Lokalen in Deutschland und wird nunmehr überall auf der Welt hergestellt. Die größte Glückskeks-Anlage Europas heute steht übrigens in Niederbayern und legt Wert auf Geschmack! Sonst schmecken die Kekse ja doch immer recht fad, bei Bavarian Lucky Keks schmecken sie nach Zimt, Cappuccino oder Erdbeer.

Die Weisheiten” auf den Zetteln sind jedoch oft fragwürdiger Natur und stammen sicher nicht alle von Gelehrten. Es sei denn, Konfuzius befand es letzte Woche, als ich beim Chinesen meinen Keks zerbröselte, für angemessen, mir folgenden Rat zu erteilen: „Nimm dir noch einen Keks!“ Naja… Konfuzius sollte man wohl lieber nicht widersprechen. Nur für den Fall.

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